Auto Tuning beim Audi A1
Auto Tuning beim Audi A1

Auto Tuning: Der komplette Guide für Anfänger & Profis

Tuning & Motorsport
Juli 24, 2021 27 min lesen

Das Tuning des eigenen Autos – für viele mehr als nur ein Hobby. In diesem Leitfaden möchten wir als Hersteller von Tuning Produkten und Fahrwerken unser Wissen mit Dir teilen und das Themengebiet Auto Tuning möglichst ausführlich durchleuchten. Egal ob Anfänger oder alter Hase, unser Leitfaden hilft weiter.

Steigen wir direkt ein, das sind die Themen im Überblick:

Definition: Was ist Auto Tuning?

Wenn von „Tuning“ die Rede ist, meint man im Allgemeinen das Verbessern der Optik, der Leistung oder des Fahrverhaltens von Autos und anderen Fahrzeugen. Beim Tuning und Customizing von Fahrzeugen unterscheidet man vier grundlegende Kategorien: Motortuning, Fahrwerktuning, Karosserietuning und Interieur-Tuning.

Oftmals beschränken sich Tuner, Werkstätten und Hersteller nicht auf eine spezielle Art des Tunings. Um den persönlichen Vorlieben der Tuner gerecht zu werden, erstrecken sich die Anpassungen am eigenen Auto häufig über sämtliche Teilbereiche des Tunings:

Motortuning

Alter Motor raus, stärkerer Motor rein: Diese Radikalkur wird zwar oft durchgeführt, zählt streng genommen für viele Tuning-Fans nicht zum Tuning. Sie vertreten den Standpunkt, dass beim Tuning bestehende Fahrzeugteile verbessert, erweitert oder neu abgestimmt werden, sodass sie mehr Leistung bringen.

Eine Maßnahme des Motortunings ist ganz klassisch die Hubraumvergrößerung: Dabei wird die Zylinderbohrung erweitert – was in der Szene als „Aufbohren“ bezeichnet wird. Warum steigt die Motorleistung mit größeren Zylindern? Ganz einfach: In größeren Zylindern kann mehr Luft-/Kraftstoffgemisch verbrannt werden als in kleineren. Dies sorgt für eine Leistungssteigerung.

Die Aufladung des Motors ist eine weitere Möglichkeit, die Leistung des Motors zu steigern. Mithilfe von Turboladern oder Kompressoren ist es möglich, den mittleren Druck und damit die Leistung zu steigern. Durch den höheren Druck wird der Füllungsgrad verbessert, so dass mehr Luft für die Verbrennung von Kraftstoff zur Verfügung steht.

Ganz ohne Eingriffe in die Mechanik des Motors kommt das Chip-Tuning aus. Hierbei wird die Motorleistung durch gezielte Änderungen der werkseitig festgelegten Steuerparameter der elektronischen Motorsteuerung gesteigert. Dadurch kann etwa der Ladedruck der Motoraufladung oder auch die einzuspritzende Kraftstoffmenge in den Brennraum erhöht werden. Die Maßnahmen führen dazu, dass Motorleistung und Drehmoment gesteigert werden.

Ein ausgebauter BMW Auto Motor
Nico Bastian im Expertengespräch unter einer Hebebühne

Fahrwerktuning

Autobauer richten die Fahrwerke ihrer Pkw so aus, dass sie eine möglichst breite Zielgruppe ansprechen. Aber damit treffen sie nicht jedermanns Geschmack. Für Tuner ist das Fahrwerktuning die Königsdisziplin und einfach auch DIE Tuningmaßnahme mit dem größten Impact: Mit einem guten Nachrüstfahrwerk können Tuning-Fans sowohl die Optik eures Fahrzeugs entscheidend optimieren als auch das Fahrgefühl auf ein völlig neues Level heben.

Tieferlegung

Tuning ohne das Fahrzeug tiefer zu legen? Undenkbar, oder? Für die meisten Tuning-Fans gehört eine standesgemäße Tieferlegung einfach mit dazu. Zu Recht!

Als Tieferlegung bezeichnet man das Absenken der Fahrzeugkarosserie. Ein tiefergelegtes Auto ist ein Klassiker der Tuning-Community, denn es sieht einfach sportlicher aus als die Werksvariante.

Aber worauf kommt es an? Der Grundgedanke ist: Ein tiefergelegtes Auto hat einen niedrigeren Schwerpunkt. Dadurch liegt es besser auf der Straße und verhält sich vor allem in Kurven sportlicher. Doch die Tieferlegung kann auch Nachteile bringen – vor allem im Straßenverkehr. Bordsteine und Bodenwellen etwa können plötzlich zu einem großen Hindernis werden.

Die meisten Tuning-Fans nehmen dies freilich gerne in Kauf. Sie haben mehrere Möglichkeiten, mit ihrem Fahrwerk ein bisschen näher an den Asphalt zu rücken. Die einfachste und günstigste besteht im Einbau von Tieferlegungsfedern. Aufwendiger sind Gewinde- und Sportfahrwerke.

Tiefergelegter Abarth 124 Spider
Absenken der Fahrzeugkarosserie eines Skoda Octavia durch Tieferlegung
Ergebnis nach Einbau von Tieferlegungsfeder bei VW Passat

Tieferlegungsfedern

Tieferlegungsfedern sind kürzer und haben eine straffere Federrate als die serienmäßig eingebauten, sind also „härter“. Dadurch rollt und nickt das Fahrzeug weniger und reagiert schneller auf die Lenkbefehle des Fahrers. Sportfedern sollten aber immer in Kombination mit den Stoßdämpfern betrachtet werden. Schließlich sind die Serien-Stoßdämpfer für die geringeren Federwege und härteren Federraten von Sportfedern in der Regel schlicht nicht ausgelegt. Deshalb bestehen Sportfahrwerke von Premium-Herstellern wie BILSTEIN immer aus kürzeren Sportfedern mit speziell darauf abgestimmten Sportstoßdämpfern. Speziell für die Verwendung mit  Tieferlegungsfedern ist zum Beispiel unser BILSTEIN B8 Dämpfer konzipiert.

Sportfahrwerke

Als Sportfahrwerk bezeichnen Tuner Fahrwerke, die kürzere Sportfedern und straffer abgestimmte Stoßdämpfer kombinieren. Standard-Sportfahrwerke richten sich an Fahrer, die eine sportliche Optik und Abstimmung wünschen – ohne große Einbußen beim Komfort in Kauf zu nehmen.

Viele Hersteller haben solche Komplett-Fahrwerke im Angebot. Meist umfassen sie vier gekürzte Stoßdämpfer und entsprechend abgestimmte Tieferlegungsfedern. Das BILSTEIN B12 Sportfahrwerk-Kit beispielsweise gehört in diese Kategorie.

BILSTEIN B12 Sportfahrwerk für eine abgestimmte Tieferlegung

Gewindefahrwerke

Die technisch aufwendigere aber auch die bessere Art der Tieferlegung versprechen Gewindefahrwerke, auch Schraubfahrwerke genannt. Hierzu zählen zum Beispiel das BILSTEIN B16 oder das BILSTEIN EVO T1 Gewindefahrwerk. Während ein Sportfahrwerk über eine genau festgelegte Tieferlegung verfügt, können Tuner bei Gewindefahrwerken die Tieferlegung genau einstellen.

Gewindefahrwerke empfehlen sich ausschließlich für sportliche Fahrer, die ihr Fahrwerk ganz an ihre individuellen Wünsche anpassen wollen.

Vorsicht: Der Einbau eines Gewindefahrwerks ist komplex und sollte daher nur durch eine Fachwerkstatt erfolgen.

BILSTEIN EVO S performance suspension

Stabilisatoren

Ein Stabilisator sorgt im Wortsinn dafür, dass Fahrer die Kurve kriegen. Diese mehrfach gebogene Stahlfeder verbindet die beiden Räder einer Achse. Sie sorgen dafür, dass das Fahrzeug in Kurven weniger wankt, bzw. rollt. Dadurch verbessert sich die Fahrdynamik und die maximal mögliche Geschwindigkeit in Kurven. Mit Stabilisatoren lassen sich die sogenannten Radlasten beeinflussen und damit das Eigenlenkverhalten des Fahrzeugs. Ein härterer Stabilisator, kurz: „Stabi“, vorn mindert Übersteuern bzw. fördert Untersteuern. Ein härterer Stabilisator hinten mindert Untersteuern bzw. fördert Übersteuern.

Lowrider

Das ist Tuning für Feinschmecker: Bei Lowridern genannten Autos kann jede Radaufhängung einzeln in Sekundenschnelle angehoben und heruntergelassen werden. So fahren Autos zum Beispiel in extremer Schieflage oder sie hüpfen auf und ab. Der Trend stammt aus den USA, wo vornehmlich große Karossen oder Geländewagen auf diese Weise getunt werden. Doch auch in Deutschland wächst die Zahl der Lowrider-Freunde.

Wie wird ein Auto zum Lowrider? Tuner verstärken dafür zunächst die Achsen, damit die Fahrzeuge für die kraftvollen und bei Tuning-Shows beliebten Sprünge gewappnet sind. Dann werden an jedem Rad Hydraulik- oder Pneumatikpumpen installiert, die unabhängig voneinander angesteuert werden können. Ihre Bedienung übernimmt nicht immer Fahrer vom Cockpit aus. Manchmal hat eine externe Fernbedienung einen verblüffenderen Effekt. Denn mit ihrer Hilfe springt das Auto auch ohne Fahrer. 

Hydraulik-Fahrwerke

Ein hydraulisches oder hydropneumatisches Fahrwerk hebt ein Auto im Straßenverkehr stufenlos an und senkt es wieder ab. Diese Niveauregulierung kann nicht nur für sportliche Fahrer einige Vorteile haben. Mit steigender Fahrgeschwindigkeit kann das Fahrwerk den Schwerpunkt des Autos absenken. So verbessert das hydraulische Fahrwerk die Straßenlage und senkt zugleich den Luftwiderstand. Zudem kann die Bodenfreiheit an den Beladungszustand angepasst werden.

Bei einigen Systemen kann das Fahrwerk zudem die Bodenfreiheit automatisch an die Straßenoberfläche anpassen. Zusammen mit einer ausgeklügelten Sensorik erkennen diese Systeme Fahrbahnunebenheiten. Das Fahrwerk stellt sich bereits vor dem Überfahren auf Fahrbahnunebenheiten ein, indem die Dämpfung der Räder bestmöglich angepasst und Unebenheiten so „weggebügelt“ werden.

Luftfederung und Airride-Fahrwerke

Im Luftfahrwerk ersetzen ein speziell auf dieses Fahrwerk abgestimmter Stoßdämpfer und ein Luftbalg die sonst üblichen Stahlfedern. In der Erstausrüstung sind Luftfahrwerke in der Regel Oberklasse- und Premium-Modellen vorbehalten.

Im Tuning-Bereich wird das Ziel einer stufenlosen Höhenverstellung des Autos verfolgt. Die Bedienung erfolgt oft mittels Smartphone-App oder Fernbedienung. Mit Tuning-Luftfahrwerken sind extreme Tieferlegungen aber auch Höherlegungen möglich.

Somit hebt das Airride-Fahrwerk die Nachteile von konventionell tiefergelegten Autos auf. Denn Bordsteine sind nun kein Hindernis mehr. Gefahren wird schön tief, und nur bei Bedarf legt das Fahrwerk an Höhe zu. Luftfahrwerke haben auch bei Tunern in Deutschland zuletzt an Beliebtheit gewonnen – auch weil so manches Auto mit Luftfedermodulen wie auf Wolken fährt. Die Umrüstung bleibt Profi-Tunern überlassen.

BILSTEIN B3 Luftfederbalg

Domlager und Domstreben

Das Domlager verbindet das Federbein (Stoßdämpfer und Feder) mit der Karosserie. Es dämpft dort Geräusche sowie Vibrationen, und sorgt dafür, dass beides in möglichst geringem Maße auf die Karosserie übertragen wird. So fällt das Lenken leichter.

Gerade bei sportlich bewegten und tiefergelegten Autos empfehlen sich bessere Domlager als die vom Werk eingebauten. Sie bestehen meist aus hochfestem Aluminium (Unibal) und lassen sich über verschiedene Einstellungen individuell an das Fahrzeug anpassen. Zudem arbeiten verbesserte Domlager präziser und vermitteln ein direkteres Fahrgefühl. Durch eine veredelte Oberfläche sind sie meist auch stabiler.

Domstreben werden quer im Motorraum und im Kofferraum verschraubt. Die Enden der Metallstrebe umschließen dabei die oberen Federbeindome. Das das Ziel ist die Erhöhung der Steifigkeit der Karosserie, bzw. die Erhöhung der „Torsionssteifigkeit“ der Karosserie. Der Einbau ist nicht schwierig und Materialkosten sind überschaubar. Domstreben zählen daher zu den effektivsten Tuning-Tools. 

Domlager und Domstreben im Kofferraum eines Tuning Autos
Auto Tuning bei einem Toyota Supra

Fahrwerkslagerung

Das Fahrwerk bestimmt über Fahrkomfort, Sicherheit und Dynamik – vor allem bei Straßenunebenheiten und Kurvenfahrten. Bei getunten Autos bilden die Gummimetall- Fahrwerkslager zwischen den einzelnen Fahrwerkskomponenten oft das schwächste Glied aller Komponenten. Denn vom Werk her sind sie auf Komfort ausgelegt und verschleißen durch eine höhere Beanspruchung schneller als gewünscht. Die Folgen sind störende Geräusche und eine weniger präzise Lenkung.

Felgen und Reifen

Mit Sportfelgen steigen Autobesitzer oft ins Tuning ein. Sie bilden sozusagen die Visitenkarte des Autos. Entsprechend vielfältig ist das Angebot. Bei der Qual der Wahl helfen Konfiguratoren im Internet. Diese Webseiten veranschaulichen, ob an Deinem Auto zum Beispiel klassische Fünf-Speichen-Felgen, ein Retro-Look oder doch Rotor-Felgen am meisten hermachen.

Doch nur die Optik allein sollte nicht entscheidend sein. Ein wenig Fachwissen braucht es bei der Auswahl des Materials der Felge:

Stahlfelgen sind schwer und können Rost ansetzen. Dafür sind sie wintertauglich. Alu-Felgen sind teurer, sorgen dank ihres geringeren Gewichts aber für eine bessere Fahrdynamik. Aber sie brauchen etwas Liebe: Nur wer sie gut pflegt, schafft es mit einem optisch einwandfreien Erscheinungsbild durch den Winter. Noch eine Preisstufe höher kommen Magnesium-Felgen ins Spiel. Sie sind ultraleicht und dennoch extrem stabil. 

KFZ-Mechaniker arbeitet in einer Tuning Werkstatt an Lighweight Stahlfelgen
Lighweight Stahlfelgen die gestapelt in einer Auto Tuning Werkstatt stehen

Doch sei der Look einer Felge noch so krass: Es ist leider längst nicht alles erlaubt, was gefällt. Stark leuchtende Elemente oder seitlich herausstehende Bauteile sind zum Beispiel verboten. Denn Felgengröße und Reifengröße müssen den Angaben der Zulassungsbescheinigung entsprechen. Weitere Felgen- und Reifengrößen, die du evtl. fahren darfst, findest du im CoC-Dokument (Certificate of Conformity, deutsch: EG-Übereinstimmungsbescheinigung) deines Fahrzeugs. Reifen dürfen nicht zu nah ans Blech der Karosserie ragen. Außerdem muss natürlich auch die Traglast stimmen, damit die Sicherheit gewährleistet ist.

Dies gilt gleichermaßen für die aufgezogenen Reifen. Schlechter Reifen-Grip, also eine unzureichende Haftung auf der Straße, kann fatale Folgen haben. Deshalb gibt es auch hier ein paar gesetzliche Einschränkungen. Slicks, also Reifen ohne Profil, sind nicht zulässig. Das Gesetz verlangt eine Mindestprofiltiefe von 1,6 Millimetern. Außerdem müssen in der Regel alle Reifen am Auto gleich groß sein. Die zulässige Reifengröße steht in Deinem Fahrzeugschein.

Beim Reifen-Design unterstreichen Reifen-Stripes zum selbst Aufkleben die Optik der Felge. Es muss dabei nicht immer der Name des Reifenherstellers auf dem Pneu stehen – beliebt ist auch der Name des Fahrers oder des Tuning-Clubs.

Auspuff und Abgasanlage

Den Abschluss des Autos und das Ende der Abgasanlage bildet das Abgasrohr. Je nach Fahrzeug sind auch mehrere Auspuffrohre verbaut. Für einen sportlichen Look tauschen Tuner mindestens den Endtopf mit einem sportlicheren Look. Mit einer Tuning-Abgasanlage kann außerdem der Sound maßgeblich verändert werden. In Verbindung mit einem neuen Fächerkrümmer sind auch ein paar PS mehr drin. Wichtig bei der Tuning-Abgasanlage: Auf die Zulassung achten.

Beleuchtung

Auch die Anpassung der Leuchten ist sehr beliebt – vor allem, da sich mit der LED-Technik neue Möglichkeiten ergeben haben. Auto Tuner erzielen mit Lichtfarbe sowie teilweise Form und Helligkeit der Scheinwerfer krasse Effekte. Auch Blinker werden ausgetauscht oder mit anderen Farben ausgestattet, wobei hier natürlich auf die Zulässigkeit geachtet werden sollte. Fast Standard ist bei Serienfahrzeugen heute ein Lichtbalken als Blinker hinten, der von innen nach außen über das Heck des Autos huscht.

Bei der Rückleuchte offenbart die LED-Technik neben einer schöneren Optik weitere Vorteile: Durch helleres Strahlen ist das Auto besser sichtbar, und die LED-Lampen reagieren als Bremslicht schneller als andere Leuchtmittel. 

Einsatz von LED-Technik beim Tuning der Fahrzeugbeleuchtung

Karosserie-Tuning

Karosserie-Tuning reicht von der neuen Felgenlackierung über die Anbringung eines Spoilers bis hin zum Austausch von Serienteilen. Gerade wenn es um die Optik geht, sind der Fantasie kaum Grenzen gesetzt.

Viele Tuner beginnen mit dem sogenannten Cleaning. Dabei verstecken sie erst einmal alles, was optisch stört: Schriftzüge und Logos werden demontiert oder beim sogenannten Wrapping überklebt, Leisten oder Türgriffe abmontiert.

Beliebte Ansatzpunkte für erste Bauteilveränderungen sind auch Schürzen oder auch der Kühlergrill. Neue Sportgrills stellen meist eine einfache Verschönerung mit großem Effekt dar. Das Anbringen einer Heckschürze indes lässt das Fahrzeug breiter erscheinen, die Straßenlage wirkt dadurch satter.

Eine Abgasanlage liegt in einer Tuning Werkstatt auf dem Boden
Nico Bastian tauscht das Endrohr der Abgasanlage beim Auto Tuning

Beim Chopping werden aus Tragteilen (A-, B- und C-Säulen) der Karosserie bestimmte Längen herausgekürzt. Dadurch verändern sich die Maße der Karosserie. Das Dach erscheint niedriger, die Fenster kleiner.

Der Klassiker unter den Tuning-Objekten ist der Spoiler. Egal ob vorne oder hinten, der optische Effekt ist enorm. Doch so viel Aufmerksamkeit das neue Bauteil auch auf das getunte Fahrzeug lenkt, längst nicht jeder Spoiler verbessert die Fahrleistung. Das kann zum Beispiel der Fall sein, wenn das Fahrzeug bei hoher Geschwindigkeit dadurch zu großen Luftwiderstand erfährt.

Und so steht der Spoiler exemplarisch für die Gratwanderung beim Karosserie-Tuning. Denn viele der reizvollen Verschönerungen verschlechtern die Fahreigenschaften unter Umständen: Breite Reifen können den Rollwiderstand erhöhen, tiefe Schürzen können auf der Straße aufsetzen und Anbauteile aller Art erhöhen das Gesamtgewicht.

Deshalb muss sich jeder Tuner im Klaren sein, ob er in erster Line auf Optik oder auf Leistung tunen will.

Interieur- und Audiotuning

Sportsitze sind ein dankbares Tuning-Teil: Sie sehen meist nicht nur besser aus als serienmäßig verbaute Plüschsessel, sie optimieren auch die Funktionalität und die Sportlichkeit des Autos. Fahrer loben den stärkeren Seitenhalt und das Gefühl, mit dem Auto eine Einheit zu bilden. Hinzu kommen ein individuelles Design und die Möglichkeit, auf Leder statt auf Kunststoff zu sitzen.

Doch innen geht es auch eine Nummer kleiner: Ans Fahrzeug angepasste Fußmatten, ein Sportlenkrad und natürlich der Umbau vom serienmäßigen 3-Punkt-Sicherheitsgurt zum 4- oder 6-Punkt-Gurt verbessern nicht nur das Fahrgefühl und die Sicherheit, sondern sorgen auch für mehr respektvolle Blicke bei Tuning-Treffen.

Zwei ausgebaute Sportsitze stehen in einer Auto Tuning Werkstatt
Ein eingebauter Sportsitz mit Sicherheitsgurt

In erster Linie akustisch überzeugt indes eine Top-Soundanlage im Auto – so mancher Bass ist dabei sogar im Magen zu spüren. Doch damit können sich Tuner ordentlich Ärger einhandeln. Denn ist die verbaute Anlage zu laut, mag die Polizei dies als Lärmbelästigung auslegen. Dann droht ein Bußgeld. Dennoch kann es ratsam sein, auf spezielle Autoboxen samt Subwoofern für Bassfrequenzen zu setzen. Gemeinsam mit einer sogenannten Frequenzweiche sorgen diese Elemente trotz üblicher Fahrgeräusche für einen satten Sound.  

Was gibt es beim Auto Tuning zu beachten?

Vorsicht! Wer zu ungestüm tunt, lebt gefährlich. Denn im Tuning-Bereich sorgen viele Vorschriften für verschiedenste Bauteile für Unsicherheit. Jedes Teil, das Du nachträglich an Deinem Auto verbaust, kann zum Erlöschen der Betriebserlaubnis führen und somit zu saftigen Geldstrafen führen. In der Regel darfst Du das Fahrzeug dann auch nicht mehr auf öffentlichen Straßen fahren.

Eine Abnahme der baulichen Maßnahmen am Auto durch Experten beugt hier vor. Aber wie gelangst Du zu der Abnahme? Eine Teilegutachten oder ein ABE-Gutachten (Allgemeine Betriebserlaubnis) können hier helfen.

Teilegutachten

Ein Teilegutachten wird normalerweise bei sicherheitsrelevanten Autoteilen mitgeliefert. Allerdings heißt dies noch lange nicht, dass dieses Teil dann im Anschluss auch ordentlich verbaut wurde und somit womöglich die Verkehrssicherheit gefährdet. Bei Bauelementen mit Teilegutachten ist daher eine Anbauabnahme bei einer zertifizierten Stelle wie DEKRA, GTÜ oder TÜV notwendig. Die Experten dort prüfen die Funktionsfähigkeit des Bauteils und die des Fahrzeugs nach dem Einbau.

Verläuft die Prüfung positiv kannst Du mit dem Zeugnis der Änderungsabnahme zur zuständigen Zulassungsstelle gehen. Dort werden die Baumaßnahmen in die Zulassungsbescheinigung eingetragen.

KFZ-Mechaniker baut BILSTEIN Gewindefahrwerk in einen Porsche 911 ein

ABE – Allgemeine Betriebserlaubnis

Das Teilegutachten ist nicht immer notwendig. Wird ein Teil mit einem Gutachten zur ABE ausgeliefert, so sind in diesem die Fahrzeugmodelle aufgeführt, an denen das Teil auch verbaut werden darf. Eine erneute Kontrolle nach dem Tuning durch einen Gutachter ist nicht nötig. Allerdings muss man bei einer Verkehrskontrolle die ABE vorzeigen können.

Bußgelder beim Auto Tuning (Beispiele)

Vorsicht: Wer beim Tuning übers Ziel hinausschießt, riskiert sein Budget für das nächste Tuning-Treffen oder die heiß ersehnten stylishen Alufelgen. Denn beim unzulässigen Tunen versteht der Staat keinen Spaß. Auch kleinere Verstöße kosten bereits großes Geld:

Hifi Tuning
  • Musik zu laut: 25,- €
  • Behinderung eines Einsatzfahrzeugs: 240,- €
  • Überladung: bis zu 235,- €
  • Verrutschen der Ladung: bis zu 75,- €
Felgen
  • Bauweise des Kfz entspricht nicht den Vorschriften: bis zu 90,- €
  • Fahren ohne Betriebserlaubnis: bis zu 90,- €
  • Überschreitung der Abmessungen: 60,- €
Auspuff
  • Lärmbelästigung: 30,- €
  • Abgasbelästigung: 80,- €
Beleuchtung
  • Verdecktes oder verschmutztes Licht: bis zu 35,- €
ABE
  • Keine Betriebserlaubnis wegen Veränderungen am Auto: mindestens 50,- €
  • Keine Betriebserlaubnis mitgeführt: 10,- €

Welche Fahrzeuge sind für das Auto Tuning am besten geeignet?

Gaaaanz schwierige Frage! Mit einer einfachen Rangliste lässt sie sich sicher nicht beantworten. Die Geschmäcker der Tuner sind zu verschieden. Profis spezialisieren sich auf alle möglichen Modelle. Und natürlich spielt es immer ein Rolle, aus welchem Land man kommt. Deshalb sind in Deutschland eher deutsche Autos beliebt, in Frankreich eher französische und auch Japan besitzt eine eigene starke Szene.

Aber ein paar Richtlinien gibt es dennoch: Willst Du optisch tunen, empfehlen sich eher deutsche gängige Modelle. Gerade für die verkaufsstarken Marken Audi, BMW, Ford, Opel, oder VW existiert ein riesiges Angebot zum Beispiel an Felgen, Sitzen und Spoilern. Bei Fiat, Peugeot und Renault wird die Luft schon ein wenig dünner. Und wenn Tuning-Teile aus Japan kommen, macht sie das auch nicht günstiger.

Für günstiges Motortuning eignen sich insbesondere Kleinwagen oder Kleinwagen mit Turbolader. Diese Modelle wie beispielsweise der Golf IV Turbo lassen sich mit vergleichsweise geringem Kostenaufwand aufpeppen. Beliebt sind auch der Mazda MX5, der Toyota Supra und Modelle mit dem BMW-Motor N54. Doch darüber hinaus gilt: viele Experten, viele Meinungen. Deshalb lautet ein simpler Rat in der Tuner-Community: „Tune das Auto, das Dir am besten gefällt.“

 Bedeutende Tuning-Firmen und Hersteller

  1. Abarth
    spezialisiert auf Fiat
    Hanauer Landstraße 176, 60314 Frankfurt am Main
    Tel: +49 (69) 66 98 80
    E-Mail: kontakt@abarth.de
    Link zur Firmen-Website →
  2. AC Schnitzer
    BMW, Mini, Land Rover
    Neuenhofstraße 160, D-52078 Aachen
    Tel. :+49 (0) 241 5688130
    E-Mail: info@ac-schnitzer.de
    Link zur Firmen-Website →
  3. Alpina
    BMW
    Alpenstraße 35-37, 86807 Buchloe
    Tel.:  +49 8241 5005-0
    E-Mail: info@alpina.de
    Link zur Firmen-Website →
  4. AMG
    Mercedes Benz, Maybach, Smart, u.a.
    Daimlerstrasse 1, 71563 Affalterbach
    Tel.: +49 (0) 7144 302 0
    E-Mail: marketing-amg@daimler.com
    Link zur Firmen-Website →
  5. Gemballa
    Porsche
    Mollenbachstr. 17, D-71229 Leonberg
    Tel.: +49 (0) 7152 97990-0
    E-Mail: info@gemballa.com
    Link zur Firmen-Website →
  6. Hamann
    BMW, Mercedes Benz, Porsche, Ferrari, Mini, Range Rover
    Käßbohrerstraße 3, 88471 Laupheim
    Tel.: +49 (0) 7392 97320
    E-Mail: info@hamann-motorsport.de
    Link zur Firmen-Website →
  7. Irmscher
    Opel, Chevrolet, Saab, Cadillac
    Bahnhofstr. 75, 73630 Remshalden
    Tel.: +49 (0) 7151 971 0
    E-Mail: info@irmscher.de
    Link zur Firmen-Website →
  8. Je-Design
    VW, Seat, Audi, Skoda:
    Benzstraße 18-20, D-74211 Leingarten
    Tel.: +49 (0) 7131 2 03 84-0
    E-Mail: info@je-design.de
    Link zur Firmen-Website →
  9. MTM
    Audi, VW, Lamborghini, Bentley, KTM, Spyker, Porsche,
    Dr. Kurt-Schumacher-Ring 48-50, D-85139 Wettstetten
    Tel.: 0841 981880
    E-Mail: info@mtm-online.de
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  10. Oettinger
    Tuner spezialisiert auf Audi, VW, Seat, Skoda
    Max-Planck-Straße 36, D-61381 Friedrichsdorf
    Tel.: 06172 95 33-0
    E-Mail: info@oettinger.de
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  11. Rieger-Tuning
    verschiedene Fahrzeuge
    Am-Rieger-Tuning-Ring, Weilbergstraße 16, D 84307 Eggenfelden
    Tel.: 08721 9619-0
    Email: info@rieger-tuning.de
    Link zur Firmen-Website →
  12. Steinmetz
    Opel
    Neuenhofstr. 160, 52078 Aachen
    Tel.: +49 (0) 241 5688-777
    E-Mail: info@steinmetz.de
    Link zur Firmen-Website →
  13. TechArt
    Porsche
    Röntgenstraße 47, 71229 Leonberg
    Tel.: +49 (0) 7152 93 39-0
    E-Mail: tuning@techart.de
    Link zur Firmen-Website →

Wo Tuning Teile und Zubehör kaufen? Das solltest Du vor dem Kauf beachten

Um das richtige Zubehör für das eigene Tuning-Auto zu finden, empfiehlt es sich, in einem auf Tuning spezialisierten Shop zu suchen. Natürlich kannst Du auch bei Ebay-Kleinanzeigen auf Schnäppchenjagd gehen, aber sobald es um Deine eigenen Sicherheit geht, solltest Du genau wissen, welchem Händler Du vertrauen kannst. Zudem ist die Produktvielfalt groß und teilweise komplex. Muss ein Teil zurückgeschickt werden, weil es bei der Montage hakt, ist es gut, einen kulanten Händler zu haben.

Außerdem benötigst Du für manche Teile ein Teilegutachten oder eine Allgemeine Betriebserlaubnis (ABE). Gut zu wissen, dass dies dann auch wirklich mitgeliefert wird.

Online Tuning Shops

Wer online einkauft, sollte durchaus kritisch sein. Besonders im Internet werden auch billige Nachbauteile angeboten, warnt der TÜV. Seriöse Anbieter liefern die Produkte mit den notwendigen Gutachten und Genehmigungen. Allerdings räumt der TÜV auch ein, dass selbst Prüfgutachten gefälscht sein könnten.

Wenn Du auf Nummer sicher gehen möchtest, kaufst Du im offiziellen Online-Shop von BILSTEIN. Wir bieten tausende Produkte aus den Bereichen Fahrwerks-Tuning, Tieferlegung und Merchandise an.

Der Vorteil: Kaufst Du bei uns im Shop ein BILSTEIN Fahrwerk, kannst Du es Dir bequem zu einem BILSTEIN-Fahrwerksexperten Deiner Wahl liefern und einbauen lassen. Durch den Einbau von geschulten Experten erhältst Du:

  • Zwei Jahre verlängerte Gewährleistung,
  • einen kostenlosen Fahrwerkcheck
  • und 10 % Rabatt auf die Einbaukosten
KZF-Mechaniker prüft einen Luftfederbalg in einer Werkstatt
Eingebautes Gewindefahrwerk in einem PKW
BILSTEIN Tuning Experte prüft ein Gewindefahrwerk

Die Tuning Profis: Was macht eine Tuning-Werkstatt?

Ganz klar: Viele Tuning-Arbeiten kannst Du selbst erledigen. Dazu gehören zum Beispiel kleinere Lackierungen, Wrapping mit Folien oder das Tönen von Scheiben. Doch wenn es ums Motortuning geht oder um Veränderungen am Fahrwerk und an der Karosserie, braucht es Fachwissen. Wer das nötige Know-how besitzt, aber kein Equipment, kann in einer Schrauberhalle, also in einer Mietwerkstatt, sein Können unter Beweis stellen. Alle anderen sollten die Dienste eine Tuning-Werkstatt in Anspruch nehmen. Das gilt grundsätzlich auch, sobald sicherheitsrelevante Teile getuned werden – zum Beispiel bei Veränderungen am Fahrwerk. Viele Tuning-Werkstätten erhalten ihr Fachwissen direkt vom Teilehersteller oder vom Autobauer.

Diesen exklusiven Wissensvorsprung nehmen die Werkstatt-Experten gerne an.

Die BILSTEIN Werkstatt-Suche: Tuning Werkstatt in der Nähe finden

Finde jetzt einen BILSTEIN zertifizierten Händler oder eine Tuning-Werkstatt in Deiner Nähe.

Zur Werkstatt-Suche
Ein Werkstatt Mitarbeiter steht in der Werkstatt vor einem Mercedes SUV

Bilstein-Experten findest Du mühelos im gesamten Bundesgebiet. Das Werkstattnetz ist mit fast 500 BILSTEN-Partnern engmaschig geknüpft. Unsere Fachkräfte sind überdurchschnittlich für den Einbau von BILSTEIN-Dämpfern und -Fahrwerken qualifiziert. Somit garantieren wir für die bestmögliche Betreuung von Kunden und Fahrzeugen.

Hier treffen sich Tuner: wichtige Tuning Messen und Events

Was sind Trackdays?

Ein Trackday ist ein freies Fahren auf einer eigens für diesen Zweck abgesperrten Strecke. Das kann ein Racetrack wie der Nürburgring sein oder ein umfunktioniertes Rollfeld eines Flugplatzes. In jedem Fall bleibt der öffentliche Verkehr ausgesperrt, und die Straßenverkehrsordnung spielt ausnahmsweise mal keine oder nur eine untergeordnete Rolle. Längst nicht auf allen Trackdays muss es gleich ein Track-Tool sein, also ein eigens für diesen Zweck getuntes Auto. Teilnehmen kann im Grunde jeder, der ein getuntes Auto beherrscht.

Ein Abarth auf einer Trackday Rennstrecke
Zwei Trackday-Rennfahrer im Gespräch

Trackdays finden regelmäßig an vielen Orten in Deutschland statt. Wer Driften lernen will, oder es schon kann, wer den Abrieb von Gummi als Duft empfindet, wer ein wenig Adrenalin ausschütten will, der ist hier genau richtig.

Die wichtigen Tuning Messen

Die Tuning-Community in Deutschland wächst, die Besucherzahlen von Tuning-Messen steigen. Auf den großen Shows wie etwa der Essen Motor Show locken nicht nur spektakuläre Tuning Autos ein Publikum aus dem In- und Ausland. Auch Rennteams und prominente Fahrer verschiedener Motorsportserien präsentieren sich der Öffentlichkeit.

BILSTEIN Stand mit Tuning Produkten auf einer Tuning Messe
Schautafel zu den Unterschieden von Luftfedersystemen auf einer Tuning Messe

Ähnliches gilt für die Tuning World Bodensee, dem zweiten Aushängeschild der deutschen Szene. Dieses-Tuning-Event hat sich unter anderem mit einem breiten Rahmenprogramm und vielfältigen Möglichkeiten zum Mitmachen einen Namen gemacht hat.

Beide Messen sind auch wichtiger Treffpunkt der Rennsport- und Driftszene. Doch es geht auch ohne Promis und zudem eine Nummer kleiner. Das beweisen die vielen selbstorganisierten Tuning-Treffen in Deutschland.

Tuning Treffen: echte Tuning Autos aus der Community

Meet and Greet! Bei Tuning-Treffen geht es vor allem auch um das Miteinander innerhalb der Szene. Während die großen Messen weitgehend von Auto-Herstellern und Tuning-Firmen geprägt sind, gibt sich bei den Tuning-Treffen die Community ein Stelldichein. Falls Du selbst tunst, bieten Dir fast alle Treffen und einige größere Events die Möglichkeit, Dein eigenes Auto auf Podium und Piste zu präsentieren.

Ein Tuning Treffen mit einem roten Porsche im Vordergrund

Die Bandbreite der Tuning-Autos reicht von Treffen für Old- oder Youngtimer, über den Kleinwagen einer bestimmten Marke bis hin zum schweren 1000-PS-Boliden. Die Treffen spiegeln die Vielfalt der Community wider. Hinfahren und Staunen!

Häufige Fragen zum Thema Auto Tuning

Wie viel kostet Auto Tuning?

Ganz klar, die Grenze der Tuning-Kosten ist nach oben offen. Im vergangenen Jahr galt ein Pagani Zonda HP Barchetta als teuerstes Auto der Welt. Schnäppchenpreis: 20 Millionen Euro. Auch vergoldete und mit Edelsteinen besetzte Autos gab es schon.

Aber für den Start tut es ja auch eine feine Folie. Und die kostet je nach Motiv und Größe nur ein paar Euro. Ist der Anfang erstmal gemacht, tritt bei vielen Tuner-Neulingen ein Suchteffekt ein. Dieses Schicksal muss zum Glück nicht in den Ruin führen. Kommen nach der stylischen Folie zum Beispiel Außenspiegel oder die Beleuchtung an die Tuning-Reihe, sind auch diese Kosten noch überschaubar.

Aber klar ist auch: Teuer wird es vor allem dann, wenn Du eine Fachwerkstatt beauftragst. Was vielen dabei nicht klar ist, dass Tuning-Maßnahmen Einfluss auf weitere Bauteile haben, eine Tuning-Maßnahme oft also eine zweite erfordert. Ein Chiptuning etwa zieht meistens auch den Einbau eines neuen Luftfilters nach sich. Deshalb solltest Du unbedingt mehrere Fachleute befragen und auch unterschiedliche Angebote einholen, bevor Dein Auto in die Tuning-Werkstatt einfährt.

Zu den reinen Tuning-Kosten kommen zudem oft auch rechtliche Pflichten, die sich auf Deinem Girokonto durchaus negativ bemerkbar machen. Gebühren für Gutachten und amtliche Eintragungen solltest Du unbedingt im Blick halten. Wer vom TÜV zum Beispiel eine Einzelabnahme für Felgen ohne Allgemeine Betriebserlaubnis benötigt, kommt sicher nicht mit einem zweistelligen Betrag davon.

Sparfüchse neigen dazu, zu viele Arbeiten selbst zu erledigen. Doch das kann sich als Bumerang erweisen, wenn etwa das frisch montierte Fahrwerk bei der Jungfernfahrt scheppert. Generell gilt: Für sicherheitsrelevante Maßnahmen ist die Werkstatt zuständig. So viel Geld solltest Du für das Hobby Tuning schon übrighaben.

Ist Tuning illegal?

Auto Tuning ist grundsätzlich nicht illegal. Allerdings können manche Umbauten illegal sein, sobald man sich damit in den öffentlichen Straßenverkehr wagt. Denn die Straßenverkehrsordnung verlangt, dass bestimmte Einrichtungen am Fahrzeug nur in einer amtlich genehmigten Bauart verwendet werden dürfen. Meist geht es dabei um sicherheitsrelevante Teile wie etwa Reifen, Bremsen, den Motor und den Abgasstrang.

Existiert zu verbauten Teilen eine ABE (Allgemeine Betriebserlaubnis) ist der Anbau zunächst unbedenklich. Allerdings muss die ABE im Original im Fahrzeug mitgeführt werden. Doch ganz auf der sicheren Seite bist Du auch mit der ABE nicht. Wenn Du verschiedene Teile jeweils mit ABE so miteinander kombiniert, dass sie aufeinander Einfluss nehmen, benötigst Du eine Einzelabnahme vom TÜV.

Wer solche Auflagen missachtet, lebt gefährlich. Das Auto verliert dadurch seine Betriebserlaubnis und damit auch den Versicherungsschutz. Wer unversichert einen Unfall verursacht, dem wird von Gerichten und Versicherungen Vorsatz unterstellt.

Darf ich mein Auto selbst tunen?

Natürlich darfst Du selbst tunen – vorausgesetzt natürlich, Du tunst wirklich Dein eigenes Auto und nicht ungebeten das Fahrzeug Deines Nachbarn. Aber um sicher zu gehen, dass Du wirklich im gesetzlichen Rahmen tunst, solltest Du immer dann Profis ans Werk lassen, sobald sicherheitsrelevante Teile ins Spiel kommen.

Nicht nur die handwerkliche Erfahrung der Profis zahlt sich durch den optimalen Einbau aus, sondern auch deren Wissen um rechtliche Grauzonen. Denn jeder Anbau muss sorgfältig geprüft und durchgeführt werden. Bei Einbaufehlern, die auch weit fortgeschrittene Hobbytuner manchmal nicht absehen können, droht die Allgemeine Betriebserlaubnis zu erlischen.

Dies gilt freilich alles nur, wenn Du Dich mit Deinem getunten Auto in den öffentlichen Straßenverkehr begibst. Auf Privatbesitz und bei manchen Trackdays gelten diese Regeln nicht.

Gibt es eine Ausbildung zum Tuner? Wo kann ich Tuning lernen?

Einen vorgezeichneten Ausbildungsweg zum Auto-Tuner gibt es nicht. Häufig findet man jedoch den Pfad über eine Ausbildung als Kfz-Mechatroniker:in. Hilfreich sind zudem Zusatzkurse etwa als Kfz-Restaurator, für Lacktechnik oder für das Folieren von Autos. 

Da Auto Tuning ein weit verbreitetes Hobby ist, haben viele junge Menschen bereits erste Erfahrungen in der Familie oder in der Tuning-Community gesammelt, bevor sie sich bewerben. Ausüben kannst Du den Beruf in Werkstätten, bei Autozulieferern und -herstellern sowie bei Tuning-Firmen.

Eigeninitiative und Kreativität sind in der Szene gerne gesehen – und förderlich für eine Karriere. Viele passionierte Tuner haben ihr Hobby zum Beruf gemacht. Uwe Gemaballa beispielsweise begann 1981 mit dem Einbau von Stereoanlagen in Autos. Heute – mehr als ein Jahrzehnt nach seinem Tod -gilt die Firma Gemballa weiterhin zu den wichtigsten Tuningfirmen in Deutschland.

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Kann man fertige Tuning-Autos kaufen?

Manche Autohersteller wie beispielsweise Daimler bieten ein Werkstuning an. Diese Variante ist in der Regel teurer als Do-it-yourself. Der Vorteil: Vom Werk getunte Autos sind perfekt gearbeitet, straßentauglich, und als Besitzer ist man rechtlich auf der sicheren Seite.

Auch große Tuninghäuser, haben dieses Geschäft längst für sich entdeckt, zum Beispiel Brabus, ABT, Alpina, Hamann oder MTM. Sie haben sich auf das Tunen bestimmter Marken spezialisiert und verkaufen auch komplett getunte Fahrzeuge.

Preislich günstiger kommen Tuning-Liebhaber auf dem Second-Hand-Markt zum Zuge. Die einschlägigen Internetportale wie beispielsweise AutoScout24 und mobile.de bieten ein weitreichendes Angebot. Plattformen wie etwa Racemarket.net haben sich auf Track-Tools spezialisiert.  

Wer den persönlichen Kontakt schätzt und gleich eine Proberunde drehen will, der ist freilich auf einem der vielen Tuning-Treffen am besten aufgehoben. Allerdings bietet nicht jedes Event auch einen Gebrauchtmarkt.

Wo kann ich mein Auto tunen lassen?

Für das Auto Tuning kommen Vertrags-, freie Kfz oder spezialisierte Auto-Tuning-Werkstätten infrage. Vertragswerkstätten verbauen oft ausschließlich Originalzubehör. Freie WerFür das Auto Tuning kommen Vertrags-, freie Kfz- oder spezialisierte Auto-Tuning-Werkstätten infrage. Vertragswerkstätten verbauen oft ausschließlich Originalzubehör. Freie Werkstätten sind bei der Auswahl der Teile ungebunden. Bei auf bestimmte Marken spezialisierten Auto-Tuning-Werkstätten, findest Du eine breitere Auswahl und höhere Fachkenntnis. Außerdem findest Du über 500 Partner-Werkstätten in der BILSTEIN Werkstatt-Suche.

Eine gute Tuning Werkstatt findet man am besten durch Empfehlungen aus der Szene. Achte darauf, dass die Werkstatt genau mit Dir durchspricht, welche Maßnahmen sie an Deinem Auto vornehmen wird. Gute Werkstätten liefern nach der Arbeit einen Prüfbericht und die Teilegutachten.

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